
Scuol GR/Stoos SZ – Die Nordostschweizer Schwinger waren an diesem Wochenende in luftiger Höhe in Einsatz. Auf dem Stoos liefern die beiden Toggenburger Werner Schlegel mit dem Festsieg und Damian Ott auf dem zweiten Rang ab. Am Bündner-Glarner Kantonalen setzte sich Armon Orlik auf 2150 Metern durch.
von Pascal Schönenberger, Medienchef Toggenburger Schwingerverband
Schlegel und Ott holen Doppelsieg
Ein Doppelsieg für das Toggenburger Schwingerteam an einem Bergkranzschwingfest liess lange auf sich warten. Werner Schlegel mit dem Sieg und Damian Ott auf dem zweiten Schlussrang schreiben am Stoos ob Schwyz Schwingsportgeschichte.
Der Start in das Schwingfest verlief für das Ostschweizer Team jedoch nicht nach Wunsch. Kein einziger Schwinger konnte im ersten Gang einen Sieg erringen. Ott stellte gegen den Nordwestschweizer Sinisha Lüscher, und Schlegel musste mit Nick Alpiger die Punkte teilen. Mit diesem Punkteverlust im Anschwingen starteten die beiden Teamleader ihre Aufholjagd am ersten Bergkranzfest der Saison.
Noch vor der Mittagspause konnten die beiden Sennenschwinger ihre Klasse auf dem Schwingplatz zeigen und gewannen ihre Gänge in gewohnter Manier. Nach der Mittagspause setzte sich Werner Schlegel mit dem Sieg über Michael Gwerder von seinem Kollegen Damian Ott ab. Der Kilchberger-Sieger Ott musste im Duell mit Lukas Heinzer die Punkte teilen.
Trotz dieses Dämpfers überzeugte Ott in den Gängen fünf und sechs erneut. Mit dem Sieg im fünften Gang gegen den unbequemen Christian Bucher und im sechsten Gang gegen das Schwyzer Talent Martin Schönbächler zeigte er eindrücklich, wer auf dem Platz das Sagen hat. Die beiden Siege verhalfen ihm schliesslich zum zweiten Schlussrang.
Schlegel setzte seinen Siegeszug fort und qualifizierte sich dank seines Erfolgs über Fredy Bruhin für den Schlussgang. Dort traf er auf den Überraschungsmann Elias Lüscher, den er bereits nach 53 Sekunden mit einem Kurz besiegen konnte. Somit feiert Schlegel seinen zweiten Festsieg an einem Bergkranzschwingfest.
Urban Götte’s Premiere geglückt
Urban Götte stand als neuer Technischer Leiter der Nordostschweizer Schwinger erstmals bei einem Bergkranzschwingfest im Einsatz. Der Toggenburger brachte den harzigen Start der Ostschweizer mit seinem Einteilungsgeschick wieder auf Kurs. Seine Premiere in dieser Rolle ist damit geglückt – gleich beim ersten Bergkranzfest reist er mit einem Sieg nach Hause. Das weckt Vorfreude auf die kommenden Schwingfeste der Ostschweizer unter der Leitung von Götte.
Nur Signer überzeugt auf 2151 Metern
Die St. Galler Schwinger, die am Bündner-Glarner Schwingfest auf Motta Naluns in Scuol (GR) im Einsatz standen, kämpften nicht nur gegen ihre jeweiligen Gegner, sondern auch gegen die Höhenmeter. Noch nie hatte ein Fest auf einer Höhe von 2151 Metern über Meer stattgefunden. Die dünne Luft war den Schwingern deutlich anzumerken – so auch den 28 gestarteten St. Gallern.
Lediglich Andy Signer konnte aus St. Galler Sicht überzeugen und reiste am Abend mit dem Kranz nach Hause. Der Favoritenschreck aus Wittenbach bestätigte seinen Ruf auch im Bündnerland eindrücklich. Weder Schwingerkönig Armon Orlik (und späterer Festsieger), noch Schlussgangteilnehmer Mario Schneider oder Eidgenosse Roger Rychen fanden ein Rezept gegen den Sennenschwinger. Seine drei gestellten Gänge gegen die genannten Gegner waren jeweils hochklassig und wurden mit der Note 9 belohnt.
Mit drei weiteren Siegen klassierte sich Signer schliesslich auf dem sechsten Schlussrang.
Für die Ostschweizer Schwinger folgt nun eine einwöchige Pause, bevor es mit dem Nordostschweizer Schwingfest in Güttingen mit dem nächsten Höhepunkt weitergeht.
