Schlegel – Der Mann für Comebacks

Werner Schlegel gewinnt in Schmerikon – Foto: Lorenz Reifler

Schmerikon SG – Am oberen Zürichsee, in Schmerikon gastierte nach 45 Jahren Unterbruch das St. Galler Kantonalschwingfest am letzten Tag im Mai. 189 Schwinger kämpften um den Tagessieg und die begehrten Kränze. Werner Schlegel lieferte dabei erneut ein eindrückliches Comeback. Im Schlussgang bodigt der Toggenburger seinen Freund Damian Ott.

von Pascal Schönenberger, Medienchef Toggenburger Schwingerverband

Comebacks sind sein Ding
Wenn Werner Schlegel nach einer Verletzungspause auf den Schwingplatz zurückkehrt, ist Spektakel garantiert – so auch am vergangenen Sonntag in Schmerikon. Bei heissen Temperaturen erlebten die 5’500 Zuschauerinnen und Zuschauer beste Schwingerkost vom ESAF-Schlussgangteilnehmer. Trotz eines Punkteverlusts im Anschwingen gegen Schwingerkönig Armon Orlik liess sich Schlegel nicht beirren.

Seine Aufholjagd begann im zweiten Gang: Mit Lukas Keller, Marcel Mösli, This Kolb und Josias Müller bodigte er gleich vier gestandene Schwinger. Dank seines kompromisslosen Angriffswillens qualifizierte er sich verdient für den Schlussgang. Bereits ab dem Anschwingen zeigte seine Körpersprache eindrücklich, wie hungrig er auf sein erstes Schwingfest nach der Verletzung war.

Dieses Feuer brannte auch im Schlussgang weiter. Ihm gegenüber stand sein Kollege Damian Ott. Für Ott hätte ein gestellter Gang zum Festsieg gereicht. Doch Schlegel suchte immer wieder die Entscheidung – und nach 6:21 Minuten überraschte er mit einem Übersprung, der Ott auf den Rücken brachte. Ein weiteres eindrückliches Comeback von Werner Schlegel – nachdem bereits das NOS 2025 aus seiner Sicht äusserst erfolgreich verlaufen war.

Ott mit viel konsequenter Arbeit auf Platz 2
Trotz der Niederlage im Schlussgang klassierte sich Damian Ott an seinem vierten Kranzschwingfest der Saison auf dem starken zweiten Schlussrang. Seine harte und konsequente Schwingweise, die er in dieser Saison auf den Platz bringt, ist eindrücklich. Ott präsentiert sich sowohl körperlich als auch mental in Topform.

Der Zimmermann aus Dreien bearbeitet selbst die unbequemsten Gegner unermüdlich bis zum Schluss. Seine ausgezeichnete Kondition sowie sein grosses Talent im Bodenschwingen bringen ihn regelmässig an die Spitze der Rangliste. So auch am vergangenen Sonntag: Im fünften Gang bezwang er den defensivstarken Andrin Habegger am Boden und übernahm mit einem Vorsprung von 0,5 Punkten die Führung.

15 St. Galler Kränze
Aus St. Galler Sicht ist das eigene Kantonalschwingfest erfolgreich verlaufen. Der neue Einteilungschef Stefan Rohrer zeigte sich am Abend mit dem Resultat zufrieden. «Sicherlich wäre es schön gewesen, wenn wir noch zwei bis drei Neukranzer mehr gehabt hätten» erwähnte er am Abend. Die St. Galler Schwinger erkämpften sich nebst dem Festsieg total 15 von den 31 abgegebenen Kränzen. Viele junge St. Galler hatten die Chance im letzten Gang den Kranz zu sichern. Leider hatte keiner der Schwinger die Nerven und die meisten stellten ihren Gang und verloren somit die Punkte für den Kranzrang.

Rangliste
Statistik