
Unterwasser SG – Beim 110. St.Galler Kantonalschwingfest gewinnt der Thurgauer in Unterwasser den Schlussgang gegen den Toggenburger Marcel Räbsamen.
von Fritz Bischoff, St. Galler Tagblatt
Giger siegt das dritte Mal
Das 110. St.Galler Kantonalschwingfest in Unterwasser lebte bis in den sechsten Gang von grosser Ausgeglichenheit und Spannung. Nach fünf Gängen durften sich noch 14 Schwinger die Hoffnung auf den Festsieg machen. Angeführt wurde die Zwischenrangliste von Marcel Räbsamen (48,5 Punkte) vor den punktgleichen (48,25) Patrick Kurmann, Samuel Giger, Reto Schlegel und Fabian Bärtsch. Räbsamen war für den Schlussgang gesetzt. Als seinen Gegner bestimmte die Einteilung Giger. Für die beiden Schlussgangteilnehmer war vor 4050 Zuschauern klar, dass sie für den ersten Platz einen Sieg benötigten, ansonsten den Festsieg die punktgleichen (58,0) Lars Rotach und Samir Leupi geerbt hätten. So entwickelte sich zwischen dem Thurgauer Favoriten und dem einheimischen Hoffnungsträger von Beginn weg des auf zwölf Minuten angesetzten Schlussgangs ein animierter Kampf. Die Rollen waren dabei verteilt. Bei 33:0 stand das Verhältnis der Kranzfestsiege zu Gigers Gunsten.
Möglichst lange dagegenhalten
«Es war mir klar, dass die Favoritenrolle nicht bei mir ist. Meine Taktik war es, möglichst lange überleben zu können», sagte Räbsamen. Nach fünfeinhalb Minuten war der Schlussgang entschieden. Dem Kurz von Giger hatte Räbsamen nichts mehr entgegenzusetzen. Trotzdem zeigte sich der Verlierer zufrieden. «Über den ganzen Tag gesehen hat es mit meiner Leistung gepasst.» Gepasst hat der Tag auch für den Festsieger. «Mit Ausnahme des fünften Ganges und dem Gestellten gegen den Appenzeller Andrin Poltera bin ich zufrieden. Dass ich dieses Jahr mit Siegen beim Thurgauer und St.Galler jetzt schon zwei Kranzfeste gewinnen konnte, gibt mir für den weiteren Saisonverlauf viel Zuversicht», sagte Giger, der das St.Galler Kantonale schon 2018 und 2021 gewonnen hat.
Giger führt seine guten Leistungen auch auf die gemeinsamen Trainings der Ostschweizer Schwinger zurück. «Von diesen Zusammenzügen her kennen wir natürlich die Stärken und Schwächen voneinander gut. So sind es dann im Ernstkampf Kleinigkeiten, die über Sieg oder Niederlage entscheiden.»
18 Kränze für St. Galler
Keine Kleinigkeit ist das Abschneiden der St.Galler Schwinger. Der gastgebende Kantonalverband darf trotz des verpassten Sieges zufrieden sein. In der Kranzstatistik schwangen die St.Galler mit 18 Kränzen deutlich obenaus. Dahinter folgen Thurgau (3), Appenzell (3), Zürich (3), Bern (2), Glarus (2), Graubünden (1) und Schaffhausen (1). Zum ersten Mal einen Kranz aufsetzen lassen durften sich der St.Galler Andreas Ziegler aus Kaltbrunn sowie der erst 16-jährige Glarner Sales Tschudi aus Matt.
Vergeben wurden 33 Kränze. Für die Gewinner von Eichenlaub ist dieses im Hinblick auf das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest (ESAF) in diesem Jahr im Glarnerland von Bedeutung. Wer keinen Kranzgewinn vorweisen kann, erhält auch keine Berechtigung zur Teilnahme.
Mit solchen Problemen braucht sich Rotach nicht mehr zu beschäftigen. Mit 0,25 Punkten Rückstand auf Giger schaffte es der 24-Jährige aus Ganterschwil auf den zweiten Schlussrang – punktgleich mit dem Zürcher Gastschwinger Leupi. Für Rotach ist es der elfte Kranzgewinn seiner Karriere. Diesen verdiente er sich in Unterwasser mit einer durchwegs soliden Leistung. Einzig gegen Dominator Giger musste er sich geschlagen geben.
«Dass ich diesen Kampf würde gewinnen können, war für mich von Beginn weg eher unwahrscheinlich. Es ging für mich ganz einfach darum, möglichst lange die Niederlage verhindern zu können», sagte er. Ebenfalls nur eine Niederlage – auch diese gegen Giger – hatte Marco Good auf seinem Notenblatt. Der 28-Jährige aus Sargans mit einem eidgenössischen Kranz in seinem Palmarès durfte sich so als Zweitbester seines St. Galler Verbandes auszeichnen lassen.
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